PDA

Vollständige Version anzeigen : Electric Car - alternative Antriebsmöglichkeiten


zobi
22.01.2009, 11:39
http://derstandard.at/?id=1231152467512&_slideNumber=1&_seite=1&sap=2

Bilder von diesem Tesla Roadster, war schon vor einiger Zeit in dem Medien. 250PS, Elektroauto.

Was mich ein bissl wundert: Beim letzten Bild steht Reichweite 350km bei "gemäßigter Fahrweise", eine "Tankfüllung" Starktstrom kostet ca 10€ und dauert bis zu 16h. Soooo groß is der preisliche Hebel zu den aktuellen Modellen (Diesel, benzon) rein aus Konsumentensicht nicht. Noch dazu bei einem Preis von über 100k €.

Hannes
22.01.2009, 11:56
Meines Wissens nach soll es bald eine günstigere Version geben. Dieses Modell soll glaub ich eher zeigen, dass Elektroautos auch "sexy" sein können. Weil rein äusserlich versprühts ja keinen alternativen Ökocharme.
Was halt relativ behindert is: Wenn ich nach 350km tanken muss, muss ich auch die richtige "Tankstelle" finden. Weil ich nehme nicht an, dass ma da mit dem Schukostecker sehr weit kommt :)
Oder vielleicht gibts da auch sowas wie Akkus die man dann wie Benzinkanister mitnehmen kann. Keine Ahnung

Grent
22.01.2009, 11:58
Ich hab mich lustigerweise, nachdem ich mir wieder einmal "Who killed the electric car" angesehen hab, etwas informiert.

Echt interessant wird der Chevrolet Volt. Ein E-REV (extended range electric vehicle). In Wahrheit ein Hybrid, der aber die ersten 60km ganz elektrisch fährt. Wenn man bedenkt, dass der EV-1 80-100km weit gekommen ist, scheinbar ein rückschritt, dafür kann der Volt, wenn's sein muss, auch 1000km fahren.

Der cityZENN soll eine echte Revolution werden. Aufladen in 5min. / daheim in 2h.

Cannibal
22.01.2009, 12:00
Soweit ich weiß, wird das Ding über eine herkömmliche Steckdose geladen.

Grent
22.01.2009, 12:05
Sogenannte Plugin-EVs kann man mit normalem Stromkabel aufladen.

Hannes
22.01.2009, 12:35
Und dann brauchts eben die genannten 16 Stunden nehm ich an. Das is dann eher zach :)

Brett
22.01.2009, 13:45
Soweit ich weiß, wird das Ding über eine herkömmliche Steckdose geladen.
Hättest du erwartet, dass nur für dieses Auto die Steckdose neu erfunden werden muss? :D

Bei den Bildunterschriften und dem, was damit suggeriert werden soll, drahts da halt die Zechnnägl auf:
6.831 Lithium-Ionen-Akkus versorgen den Elektromotor mit der nötigen Energie, um mit bis zu 13.500 Umdrehungen die Höchstgeschwindigkeit von rund 200 km/h zu erreichen.
Ur schlecht. Als ich mir von meinen Ersparnissen als 16-jähriger ein RC-Auto gekauft hab, war ein Murl mit 46.000 rpm Leerlaufdrehzahl drin. :flag:

der Drehmoment
Vielleicht sollte zumindest nur für diesen Moment ein Berufsschulabbrecher Einzug in die Redaktion finden :rofl:

"Dieses Auto ist schon jetzt zweimal so effizient wie kompakte Hybrid-Limousinen", so van der Sande weiter.
Ich bin gerührt. :dead: :cat:

Schließlich:
umweltfreundlichen Flitzer
zukunftsweisende Technik
gutes Gewissen in Reinform

Wär ja fein, wenn sich Umweltschutz-Probleme so kindlich lösen ließen...

Man entsorge bitte die 6.831 Li-Ionen-Zellen umweltschonend.
Man überlege sich, ob der nötige Energieinhalt in die Zellen hineinwächst, wenn man sie gießt, oder sich sonstwo herzaubert.

Ich hätt ein benzinbetriebenes Schiebedach dazuentwickelt - für den guten George Clooney als Gag :p

Gut, um zu den Vorteilen zu kommen:
Ein E-Motor dissipiert weniger Wärme als ein Verbrennungsmotor. Das hat aber auch schon der echte Tesla gwusst.

Und zur Rechtfertigung des Wörtchens "umweltschonend": Ein E-Motor ist leiser.

Cannibal
22.01.2009, 14:29
Hättest du erwartet, dass nur für dieses Auto die Steckdose neu erfunden werden muss?

Abgesehen davon, dass ich damit auf Hannes' posting geantwortet habe, frage ich mich, welche Rädchen in der Brett'schen Blackbox jetzt wieder geklemmt haben, um hinter meiner Aussage eine derartige Vermutung sehen zu können.

:banana: :cat:

Grent
22.01.2009, 14:56
Wo es doch EVs gibt, die eben nicht mit normaler Steckdose aufgeladen werden können ...

Und die 5min. beim cityZENN sind auch nicht auf die normale Dose bezogen (die 2h hingegen schon).


Bezüglich Umwelt:

Ein E-Motor ist sehr, sehr viel effizienter (angeblich), als ein Verbrennungsmotor. Außerdem lassen sich (angeblich) Abgase bei Kohlkraftwerken besser bekämpfen, als bei Autos. Zusätzlich verlagern sich die Abgase aus der Stadt. 100%ig grün sind die Autos nicht. Genausowenig wie das Kartonsackerl beim Billa.

Chicken
22.01.2009, 15:16
Zusätzlich verlagern sich die Abgase aus der Stadt.

Ich glaub das ist eines der wichtigsten Argumente! Schlagwort "Feinstaub"!

version4x
22.01.2009, 16:12
Ich glaub das ist eines der wichtigsten Argumente! Schlagwort "Feinstaub"!

Abgase in der Stadt werden nicht aussschließlich durch Autoabgase produziert - Thermen, Fabriken, Kraftwerke, Müllverbrennungsanlagen etc.

Es wäre auch Interessant wie das mit der Gesamtenergie Bilanz aussieht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so grün ist, wenn sich jeder ein E-Auto zulegt, da muss doch der Strombedarf in die Höhe schießen. Ich bin mir nicht sicher, ob das allein durch Wind-, Wasser- und Solarkraftwerke kompensiert werden kann und ob dann nicht doch die nukleare Energiegewinnung eine Renaissance erlebt, weil Gas ,Öl und Kohle verheizen ist CO2 technisch dann auch nicht so unbedenklich.

Brett
27.01.2009, 16:42
@Grent: In Zahlen:
Ein Verbrennungsmotor, wie er in div. Fahrzeugen zum Einsatz kommt, arbeitet bei etwa 25% - 30% Wirkungsgrad. Das heißt, gut zwei Drittel der chemisch zugeführten Energie gehen nicht etwa verloren sondern - schlimmer - in Wärme über. Bei Stationärmotoren sind durch genaue Auslegung des Arbeitspunkts bessere Wirkungsgrade erreichbar, bis unter 50% etwa.
Gscheite Asynchronmaschinen gehn auf über 90% rauf: http://www.energie.ch/at/asm/beispiel/eff.htm.
-----
@Cannibal: Es mag dienlichere Schnittstellen geben, um die Brett'sche Blackbox auszulesen.
Dennoch, neuer Versuch bezüglich Steckdose: Aus welchem Stromnetz beziehen diese Wunderautos denn ihre Energie? Sind ja nicht etwa direkt am Umspannwerk angeschlossen. Ob der Strom moduliert, transformiert, zerhackt, ... wird - danach fragt bei deinem Handy wohl auch niemand? Und bei deinem Fernseher, der den Trafo innendrin eingebaut hat, schon gar nicht.
-----

Bei dieser Elektroauto-Sache stellt längst nicht mehr der Antrieb (in Vielzahl fertig entwickelt und in Betrieb) sondern die Energieversorgung des Gesamtsystems den Knackpunkt dar. Auch wenn die Tesla-PR-Fritzis dreimal "super-efficient" rausposaunen und der Standard das abschreibt. Ja, Elektroautos wandeln effizienter ihren Energievorrat als das Otto und Diesel machen (s. o.). Aber darum gehts ehestens in zweiter Linie. Was allem voran steht, sind strukturelle Änderungen am Verkehrsnetz, die durch eine nachfolgende angepasste Raumplanung und Antwort von Seiten Industrie und Handel den Schwenk zu kürzeren Distanzen erlauben.

Doch zurück zum Auto: Erstmal muss der Strom (im konkreten Fall für bis zu 150 kW*Antriebswirkungsgrad^(-1)*Wirkungsgrad des Akkuladeprozesses^(-1) Leistungsaufnahme!) überhaupt bereitgestellt werden.
-----
@version4x: Hier ein schönes Sankey-Chart von der Austrian Energy Agency (2005 - hat sich wohl nicht allzuviel verändert) um die Österreichische Perspektive zu beleuchten:
http://www.eva.ac.at/(de)/publ/pdf/efluss05.pdf

Wie man sieht, liegt der Einsatz (Import + Eigenerzeugung) CO2-neutraler Energieträger bei knapp 19% des Gesamtaufwands für alle Verbraucher. Von Abschlägen durch Wandlungsverluste red ma amal nicht, aber die gibts halt auch noch. Nicht zuletzt auch noch in der Mobilitätslösung selbst - aber die ist ja sehr effizient, wie wir erfahren haben.
Sprich: Auch wenn ich Strom in die Autos steck, sind es zu gut 80% immer noch fossile Brennstoffe, die zur Bereitstellung nötig sind, solange sich am Anteil CO2-neutraler Energieträger nichts ändert.

Zur Energieeffizienz: Es gibt zwei Möglichkeiten, eine gesteigerte Energieeffizienz zu verwerten - entweder steigt die Fahrleistung bei konstantem Verbrauch oder es sinkt der Verbrauch bei Konstanthaltung der Fahrleistung. Was nach Betrachtung der Consumer-PKW-Geschichte der letzen Jahrzehnte bis heute eher der Fall ist, wird jeder selbst erraten.
Dass man sich Zeit spart, ist eine weitverbreitete Lüge. Seit Jahrzehnten ist der durchschnittliche Zeitaufwand zu Mobilitätszwecken konstant (~60-90 Minuten pro Tag).
Ich darf euch also dazu anregen, die bisherige Entwicklung in die Zukunft, wo man in diesen effizienteren Autos sitzen wird, zu extrapolieren.

In Österreich wird etwa 25.5% des (schädlichen) CO2-Ausstoßes vom Verkehr verursacht. (Quelle: lebensministerium.at) Und dabei handelt es sich wohl allein um die Ausstöße im Betrieb (von Lifecycle Assessment steht nämlich nichts explizit dabei, somit kann man davon ausgehen - jeder, der den Aufwand treibt, wirds nicht verheimlichen). Wer sich den Lebenszyklus von Verkehrsmitteln ansieht, stellt aber fest, dass die Sachen auch produziert, gewartet und entsorgt werden müssen.

Man kann es also auf folgende Quintessenz runterbrechen:
Grün ist einfach nur das vermiedene Auto.

Meine Prophezeiung zur Verkehrspolitik in den nächsten zwei Jahrzehnten: NIEMAND wird ernsthaft in nachhaltig verträgliche Energieträger investieren und Energieeinsparungen durch tiefergehende, strukturelle Änderungen werden IMMER nur die zweite Geige spielen (aber immerhin, jetzt gibts ja bald nur noch Energiesparlampen :cat: - mit denen kann man, wie neulich auf orf.at zu lesen, sogar Victoriabarsche fangen (http://orf.at/090113-33790/index.html), um sie dann durch die ganze Welt zu verschicken. Wem das nicht grotesk vorkommt ...).

Bei den Energie-Importen und beim Handel mit CO2-Zertifikaten werden noch die ärgsten Kapriolen geschlagen werden (Kyoto rennt 2012 aus und ab dann wird sehr viel vorsichtiger ähnliches unterzeichnet werden. Bzw. schlagen sich die EU-Mitglieder dann gegenseitig die Schädel ein, dzt. trägt Österreich einen Beitrag von 13% zum EU-Ziel von 5.2% Senkung gegenüber 1990 mit) bzw. wird auf nukleare Energie umgestiegen und ab da an sind Wirkungsgrade jedem egal, weil die Preisniveaus ganz wo anders liegen werden --> Globale Erwärmung nimmt weiter zu.

EDIT: Was ich noch sagen wollte, @zobi: Fein, dass dus in "Politik" reingestellt hast, das Thema. :thumbsu:
(Zur Sicherheit: Ich mein das nicht zynisch oder sonstwie bösartig)

Brett
09.02.2009, 00:04
Guat, ich haetts wissen muessen. Bemueh ich mich mal, reagiert eh wieder keiner :dead:

Brett
13.02.2009, 15:03
http://science.orf.at/science/news/154521


Die Atmosphäre zu belasten, wird immer billiger: Eine Tonne CO2 kostete am vergangenen Dienstag nur neun Euro.
...

Unternehmen würden sich nach der Marktlage orientieren, und da CO2 derzeit billig ist, gebe es vorläufig mehr Ankäufe von Zertifikaten statt nachhaltiger Förderungen.

Arvanitakis sagt voraus, dass sich die CO2-Preise Mitte dieses Jahres auf einen Preis von 12 Euro pro Tonne einpendeln werden. Der Preis wird dann nur noch steigen: 2012 werde eine Tonne Kohlendioxid 24 Euro kosten.

Da wird dann über Nacht umgedacht. Schlaflos.

Brett
11.05.2009, 11:15
Die Wikipedia spiegelt im Artikel zum KERS-System (http://de.wikipedia.org/wiki/Kinetic_Energy_Recovery_System) genau den Sachverhalt wider, der sich am Consumermarkt genauso abzeichnet und abzeichnen wird (nur das mit den zwei Wochenenden muss transponiert werden - ich geh aber davon aus, dass hier zumindest 2-3 Service-Intervalle bis End of Life einkalkuliert werden müssen, eher mehr):

"Außerdem wird die propagierte Umweltfreundlichkeit in Frage gestellt, denn der Treibstoffverbrauch der Wagen geht nicht zurück. Abgesehen davon müssen die Akkupakete nach etwa zwei Rennwochenenden als Sondermüll entsorgt werden."

Grent
11.05.2009, 12:25
Naja, die F1 soll/will zwar umweltverträglicher werden, aber das KERS ist nicht primär dazu da. Sondern sekundär, dass man zeigt, dass daran entwickelt wird und der Anreiz für alternative Antriebsformen erhöht wird.

Primär geht es darum, das Überholen zu erleichtern mit einem Boost-Knopf. Also klar, da wird nicht der Verbrauch reduziert, sondern Extra-Leistung ohne Extra-Verbrauch generiert. Das mit der Entsorgung ist natürlich arg, das wusst ich nicht. Und es stimmt, manche stellen KERS so da, als würde es direkt der Umwelt helfen - das ist natürlich [hkhhm] völliger Schwachsinn.

Der Umwelt versuchen sie zu helfen, in dem nicht mehr für jedes Rennen gleich mehrere Motoren geliefert werden, sondern ein Motor für gleich mehrere Rennen aushalten soll. Ähnliches beim Getriebe.

Boost für den Consumer, denk eher nicht, dass es das geben wird. Bringt ja im Straßenverkehr auch nix. Nur damit ich leichter auf der Landstraße überholen kann ... ne, das zahlt sich nicht aus. Also wird der Motor gedrosselt, abgeschaltet, sobald man (in der Stadt) Energie aus den Batterien beziehen kann. Und dann bringt es ja der Umwelt tatsächlich etwas.


Edit: so dass die Maßnahme eher als Demonstration und Imageträger für Hybridtechnik gesehen wird, die in Serienprodukte einfließen kann.
Steht sogar da. ;)

Brett
12.05.2009, 09:14
Naja, die F1 soll/will zwar umweltverträglicher werden
Das ist der eigentliche Kern des Themas.

Sie "will", um der Automobilindustrie-Lobby gerecht zu werden. Dort wird der Ruf laut, ein Bewusstsein im Volk zu schaffen, umweltgerecht unterwegs zu sein, ohne an Fahrleistung einbüßen zu müssen. Jeder, der Energiebilanzen versteht, weiß auch, dass man auf dem Weg punkto Umweltverträglichkeit keine Sprünge machen wird.

Ob sie soll, stell ich in Frage. Ich bin jetzt einmal keck und sag, sie soll lieber nicht - sich gerne als exklusive Schweinerei positionieren - und dafür das Unterbewusstsein der Bürger von der Rennfahrerpflicht entbinden.

... dass man zeigt, dass daran entwickelt wird und der Anreiz für alternative Antriebsformen erhöht wird.
Goldrichtig. Nur handelt es sich um ökonomische, nicht ökologisch sinnvolle Alternativen.

Das mit der Entsorgung ist natürlich arg, das wusst ich nicht.
Und dann gibts auch noch das Kapitel Rohstoffgewinnung, das gegessen werden will. Und die zusätzliche Masse (Motor, Akkus, Koppelgetriebe) im Fahrbetrieb, die beschleunigt und verzögert werden muss.

Und es stimmt, manche stellen KERS so dar, als würde es direkt der Umwelt helfen - das ist natürlich
völliger Schwachsinn.
:thumbsu: Die FIA ist da live dabei :D. Siehe Link rechts unten auf deren Website.

Boost für den Consumer, denk eher nicht, dass es das geben wird.
Schon, aber woanders. Ein wichtiges Argument für Hybridautos ist, im niederen Drehzahlbereich das volle Kippmoment der Asynchronmaschine zur Verfügung zu haben und nicht in den undankbaren Gebieten des Motorkennfelds vom Otto herumdoktorn zu müssen. Ein weiteres Stichwort ist einhergehend sicher die "Elastizität" (bähhh, aber es wird nun mal so genannt) in den unteren Getriebestufen. Was glaubst du, wieviele Ingenieurstunden allein in der Kopplung der beiden Systeme im Übernahmebereich stecken?

Aber das sind Details, die weniger wichtig sind. Technische Transparenz bis zum Endkunden ist nicht einmal theoretisch sinnvoll, weil es ja 95% eh nicht durchschaun - die sehn ein rundes Logo mit grünem Blatt und sind glücklich.
Tatsache ist, dass für den Konsumenten von techn. Geräten Feature-Enrichment ALLES ist. Wenn da Hybrid auf der Motorabdeckung steht, glänzen die Augen.
"Ja, geschafft! Ich hab mich moralisch befreit und kann fahren wie bisher. ...
Nein, besser! Dank Hybrid-Technik bin ich sogar beim Ampelstart schneller."

Und dann bringt es ja der Umwelt tatsächlich etwas.
Wenn man über das ganze Produkt Bilanz zieht und mit einem gut kultivierten Otto vergleicht, ist der Vorteil in der Umweltperformance gering, wenn nicht fallweise gar negativ.

OT: Was bedeutet [hkhhm]?

Grent
12.05.2009, 10:48
Und die zusätzliche Masse (Motor, Akkus, Koppelgetriebe) im Fahrbetrieb, die beschleunigt und verzögert werden muss.

In der F1 ist jedes Gewicht derartig giftig, sodass es sich garnicht auszahlen würde. Was sie machen ist, auf Wolfram-Platten zur Gewichtsverteilung verzichten, was auf Kosten der Balance geht. Die Autos sind aber alle gleichschwer.



OT: Was bedeutet [hkhhm]?
Im Zusammenhang mit "völliger Schwachsinn" soll es einen Lauda'schen Räusperer verkörpern.

Brett
12.05.2009, 10:53
Bezügl. F1: Klar. Ich meinte PKWs - war nicht eindeutig in dem Kontext, verzeih.

masta_stefant
25.09.2009, 14:35
Da les ich grad diese spannenden Infos im neuen cT:

Mit einer 150 Kilogramm schweren Lithium-Ionen-Batterie könnte ein Elektroauto 100 Kilometer weit fahren.

Mit neuen Kathoden-Techniken schätzt man kann man die Kapazität etwa um das 8- bis 10-fache steigern (was ja schon sehr gut wäre, aber wohl etwas optimistisch ist).

Und dann wirds spannend:
Entsprechende [Lithium] Vorkommen konzentrieren sich auf Argentinien, Bolivien, Chile und das von China kontrollierte Tibet. Das französische Beratungsunternehmen Meridian International Reserch schätzt, dass der Autoindustrie 2015 etwa 30 000 Tonnen Lithium zur Verfügung stehen dürften - das würde für weniger als 1.5 Millionen Hybrid-fahrzeuge reichen.

Deswegen werden u.A. Zink-Akkus wieder ausgegraben:
Vor allem der Zink-Luft-Batterie, die derzeit insbesondere in Hörgeräten Anwendung findet, sagt man großes Potential nach. Schon ihr Nebeneffekt ist interessant: Zink-Luft-Zellen müsste man einen CO2-Abscheider beifügen - ein so angetriebenes Vehikel würde also aktiv Kohlendioxid aus der Luft filtern, steigender Verkehr die CO2-Konzentration also senken.

masta_stefant
25.09.2009, 14:42
Achja, und da steht auch:
Dass der schmucke Elektroflitzer Tesla Roadster von knapp 7000 Standard-Akkus der Bauform 18650 (Einzelpreis: um die 10 Euro) angetrieben wird, ist ein Symptom für die Krise, vor der Elektroautos stehen, bevor sie überhaupt in bezahlbarer Form auf dem Markt sind.
:)

Grent
29.09.2009, 11:35
Who killed the Electric Car?

Mittwoch, 28. Oktober 19 Uhr
Kino Klosterneuburg
Freier Eintritt

sAik0
29.09.2009, 13:11
Deswegen werden u.A. Zink-Akkus wieder ausgegraben:
Beeindruckend!!! Klingt wirklich vielversprechend.

Brett
28.10.2009, 08:33
Who killed the Electric Car?

Mittwoch, 28. Oktober 19 Uhr
Kino Klosterneuburg
Freier Eintritt
Möcht ich mir anschaun, noch wer?

masta_stefant
08.11.2009, 03:51
Hier is was speziell fürn Brett :)
Design of the Zero X and Zero S Electric Motorcycles Talk:
http://www.youtube.com/watch?v=0hQ7S3QPSpI

Sehr spannender Talk, ziemlich cooler Typ :) Spricht am Anfang bissl über seinen Background (High altitude Planes, Bycicles Design,..), danach bissl über E-Motoren vs. Benziner, übers Verkaufen, Batterien und Technik, Besonderheiten beim Design von E-Cars/Cycles, Gewicht, Customer Service und Dealers, .. In Q+A am End sind auch einige interessante Details.

Paar lustige Details: Die Batterie schafft 300+ Amps, etwa 100$ für 10.000 miles, halbes Gewicht, verdammt leise, 2h zum Aufladen an normalen Dosen, kein Getriebe, Alu-Rahmen hat ~8kg. Bei der Street-Variante ~100km/h (160km/h wär drin, aber durch den hohen Luftwiderstand sinkt die Reichweite dann zu stark), Brushed Motor (weil bei Brushless ist softwaremäßig weit komplexer und unsicherer), ..
Das Ding in Action: http://www.youtube.com/watch?v=zgSujdW537k&feature=related
Und die Offroad Version: http://www.youtube.com/watch?v=CpQAT44WSu4&feature=related

Webseite: http://www.zeromotorcycles.com/

Aber damits bei den echten Ami-Hardlinern akzeptiert wird, müssens da noch das Motorgeräusch per Lautsprecher von so ner Zwiebacksäge einbaun :)

Bei dem einem Competition Video auf Youtube habens da einen 15kg schwereren Fahrer draufgesetzt, ums 'fairer' zu machen, weil das ZeroX um die Hälfte leichter ist ..

Hat auch gemeint, er wird wahrscheinlich das meiste in EU verkaufen, weil dort die Leut viel eher auf clean tech stehn, aber dass in den USA es durchaus einige gibt, die solche E-Autos wirklich haben wollen.. Hat mich sehr an den Who killed the Electric Car erinnert der Teil, allerdings ist der Talk da weit informativer bez. der Technologie ;)

Am End sagt sagt er, sie haben ein paar ans Militär verkauft, nicht weil die so leise sind, sondern weil die Akkus (die er verbaut) im Gegensatz zu Benzintanks nicht explodieren, wenn die Sniper drauf schießen :)

Brett
09.11.2009, 11:03
Wow, danke. Is aber ganz schön lang, werd ich mir irgendwann als Betthupferl reinziehen.

masta_stefant
27.11.2009, 13:34
Klosterneuburg hat jetzt die erste Strom-Tankstelle (muss irgendwo am neuen Stadtplatz in der unteren Stadt sein), und es gibt auch einen der mit einem E-Auto rumfährt (wahrscheinlich eh das, das vor dem Film rumgefahrn ist).

Angeblich gibts so ~1200 Strom-Tankstellen in Ö, davon gut 700 allein in NÖ.

Brett
27.11.2009, 13:36
Den Strom dafür erzeugt vermutlich der Sch00h daheim am Laufband ...

masta_stefant
17.12.2009, 15:29
Das fällt definitiv unter alternative Energie: Atom-Batterie für Insekt-O-Borgs :)
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Atom-Batterie-fuer-Insekten-Roboter-885444.html

Man kann gespannt sein, ob sich da was draus entwickelt .. Vllt. gibts ja wirklich irgendwann mal endlich die Terminator-Atom-Batterie ;)

Grent
02.08.2010, 10:25
2010 und 2011 ist es wohl so weit.

Sehr spannend find ich die Auswirkungen in 10-20 Jahren.
Wie gut wird die Luft in den Städten? Wie leise werden Straßen und öffentliche Plätze?

Ich glaube, dass Ende des Jahres etwas beginnt, das unser Empfinden der Welt recht bald erheblich verändern wird. 100 Jahre Lärm und Gestank in der Stadt - das hat sich doch eingeprägt.

masta_stefant
02.08.2010, 14:00
Ich hab da gröbere Bedenken, dass das so schnell gehn wird.

- Bez. Effizient sind E-Autos schlechter als Benziner (hab ich mir sagen lassen von einem Insider). (allerdings ist Strom billiger als Benzin, und ich kann mir schwer vorstellen, das Benzin nicht immer teurer werden wird)
- Der Dreck wird halt jetzt nicht mehr in der Stadt sondern außerhalb von den Kohlekraftwerken produziert, nachdem das immer noch einer der größten Energie-Lieferanten ist. Da muss erst mal ein gscheites Energie-Versorgungs-Netz her.
- Aber der größte Knackpunkt ist die Batterie: zu teuer, zu schwer. Eine Lithium-Batterie für ein E-Auto allein kostet so um die 15.000€ soweit ich mich erinner. Und Lithium ist kein besonders häufiger Rohstoff, da muss man noch ein paar 3-Welt länder ausbeuten um genug davon zu haben... Alternative wäre Zink-Luft oder so was, aber das wird einen Grund haben warum das (noch) keiner verwendet (ich schätze Gewicht und Größe..).
- Aufladen dauert ewig, im vergleich zu Tanken
- Und wirklich weit kommt man halt mit einer Ladung dann doch nicht, ist eher was für Nah-verkehr. Und wer kauft sich schon 2 verschiedene Autos für Nah- und Fern-fahrten.

Hybrid-Autos könnten da eine Lösung sein, aber dafür hat man dann die Nachteile und Kosten aus beiden Welten (einen wartungsaufwendigen Benzinmotor, eine schwere+teure Batterie, ..)

Und so wie es aussieht, wirds wohl alles andere als leise, wenn dann jeder sich seinen eigenen 'Klingelton' fürs Auto runterlädt, da ist dann Sound-Urwald auf der Straße wie in der U-Bahn .. :)
http://www.orf.at/stories/2003963/2003943/

Grent
02.08.2010, 15:47
Und so wie es aussieht, wirds wohl alles andere als leise, wenn dann jeder sich seinen eigenen 'Klingelton' fürs Auto runterlädt, da ist dann Sound-Urwald auf der Straße wie in der U-Bahn ..
http://www.orf.at/stories/2003963/2003943/

Auf diesen Artikel hin hab ich mein Post auch geschrieben.
Bei dem betreffenden Nissan LEAF ertönt das Geräusch vereinfacht gesagt von 0-30 km/h. Darüber ist das Roll-/Luftgeräusch für das Erkennen durch Fußgänger angeblich ausreichend und das synthetische Motorengeräusch verstummt. Außerdem kann man es auch Abschalten - da wird aber das Gesetz sicher bald etwas dagegen haben. Genauso wie für 'Klingeltöne', da bin ich mir ganz sicher. ;)

ad Batterie / Reichweite:
In 20 Jahren sieht's mit der Technologie bestimmt schon ganz anders aus. Da mach ich mir keine Sorgen.
In 10 Jahren wird man es aber bereits zumindest leicht spüren, denk ich.

Und zB der LEAF läuft 100km. Danach 20h (normal) aufladen.Gut, das dauert schon lang. Aber wie oft fahren - ich sag mal - 60% der Leute, die in der Stadt wohnen, auf einmal 100km ? Mit genau diesem Auto? (Und keinem Firmenauto und so weiter) Man bedenke die Familiensituation: Ein E-Hupfer für die Dame und ein Bonzen-SUV für den Herren. Auf Urlaub fahren sie sowieso nur mit dem Großen. => wunderbar. Ich denke, jedes zweite Zweitauto von Stadtfamilien kann problemlos ein E-Hupfer werden.